Mein Homelab 2026: Von Netzwerk-Infrastruktur bis Virtualisierung und 3D-Druck
Willkommen auf meinem Blog! Als Student der Angewandten Informatik interessiere ich mich für viele verschiedene Bereiche der IT, welche nicht alle in meinem Studium abgedeckt werden. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit ein eigenes Homelab aufgebaut, um praktisch zu lernen und zu experimentieren. In diesem Beitrag möchte ich euch mein aktuelles Setup vorstellen – vom Netzwerk über meine Compute-Nodes bis hin zur Steuerung meines 3D-Druckers.
1. Das Netzwerk-Fundament
Ein stabiles und sicheres Netzwerk ist das A und O eines jeden Homelabs. Hier setze ich auf eine dedizierte Trennung von Routing, Switching und WLAN, um maximale Kontrolle über den Traffic zu haben.
- Router: MikroTik hEX S Der hEX S ist ein kompakter Fünf-Port-Gigabit-Router für Bereiche, in denen kein WLAN benötigt wird. Mit RouterOS bietet er professionelle Features wie erweitertes Firewall-Management, VPN-Server (WireGuard) und die Möglichkeit, VLAN-Strukturen aufzubauen, um mein produktives Netz strikt vom Testnetzwerk zu trennen.
- Switch: TP-Link SG108E (8-Port Gigabit Easy Smart Switch) Hinter dem Router sorgt dieser verwaltbare Switch für die Verteilung der Gigabit-Verbindungen. Er unterstützt Port-basiertes und MTU-basiertes VLAN sowie IGMP Snooping, was perfekt ist, um den Traffic effizient zu steuern.
- Access Point: TP-Link Archer C6 Da der MikroTik-Router kein integriertes Funkmodul besitzt, agiert der Archer C6 rein als Access Point (AP). Er funkt im Dualband-Modus (2.4 GHz und 5 GHz) und versorgt meine mobilen Geräte und IoT-Komponenten zuverlässig mit WLAN.
2. Der Docker-Host: Raspberry Pi 5 (8GB)
Mein Raspberry Pi 5 mit 8 GB RAM läuft rund um die Uhr und dient als primärer Host für meine Kern-Dienste, komplett containerisiert via Docker.
Hier läuft aktuell ein Mix aus nützlichen Tools und einem Monitoring-Stack:
Infrastruktur & Management
- Homarr: Mein zentrales Dashboard. Hierüber habe ich alle meine Services und Webseiten übersichtlich im Blick.
- Pi-hole & Unbound: Meine Kombination für ein werbefreies und sicheres Internet. Der Pi-hole blockiert unerwünschte Tracker und Werbung auf DNS-Ebene, während Unbound als eigener, rekursiver DNS-Resolver dient.
- Dockhand: Ein Tool zur Überwachung und automatisierten Verwaltung meiner Docker-Container.
Observability & Monitoring
Um zu lernen, wie modernes System-Monitoring in Produktion funktioniert, habe ich eine schlanke Monitoring-Pipeline aufgesetzt:
- Prometheus: Sammelt Metriken meiner Systeme und Container.
- Loki: Das Log-Aggregationssystem, welches die Logs aller Container zentral einsammelt.
- Grafana: Das visuelle Dashboard. Hier laufen alle Daten von Prometheus und Loki zusammen. In Dashboards überwache ich die CPU-Auslastung, RAM-Verbräuche, Temperaturen und Logs in Echtzeit.
3. Der Spielplatz: HP ProDesk 400 G2 Mini (Proxmox VE)
Für komplexere Anwendungen und Testumgebungen nutze ich einen klassischen Thin Client, den HP ProDesk 400 G2 Mini. Mit einem Intel Core i5-6500T, 16 GB DDR4 RAM und einer 1 TB SSD bietet er viel Leistung bei einem sehr geringen Stromverbrauch im Idle.
Als Betriebssystem läuft hier Proxmox VE (Virtual Environment) als Hypervisor. Aktuell laufen darauf folgende Instanzen:
- Windows VM: Für Softwaretests oder administrative Aufgaben, die eine native Windows-Umgebung erfordern.
- Ubuntu Server-Instanz: Meine primäre Sandbox. Für das Testen von neuen Skripten, Automatisierungen (z.B. Ansible) oder Plattform-Technologien.
4. Speicher: Netgear ReadyNAS Duo
Für Backups und zentralen Datenaustausch im Netzwerk läuft ein Netgear ReadyNAS Duo, mit 2x 2-TB-Festplatten (HDD). Auch wenn das System schon etwas älter ist, erfüllt es im RAID-Verbund zuverlässig seinen Zweck als speicher für unkritische Daten, ISO-Images und automatisierte Backups meiner Konfigurationen.
5. 3D-Druck mit Klipper
Ein weiteres Hobby von mir ist der 3D-Druck. Hier besitze ich einen Artillery Sidewinder X2. Welchen ich mit Klipper und einem Raspberry Pi 3b+ verbessert habe.
- Hardware: Ein Raspberry Pi 3b+ ist direkt via USB mit dem Drucker verbunden.
- Firmware & Software: Auf dem Pi läuft Klipper in Kombination mit dem Webinterface Mainsail.
- Klipper verlagert die rechenintensiven Bewegungskalkulationen von der schwachen 8-Bit-Hauptplatine des Druckers auf den Prozessor des Raspberry Pi. Das sorgt für deutlich höhere Druckgeschwindigkeiten bei gleichzeitig besserer Druckqualität.
- Mainsail erlaubt es mir, den Drucker komplett aus der Ferne über den Browser zu steuern, G-Code hochzuladen, die Temperaturen zu überwachen und Drucke zu starten oder zu pausieren.
Fazit & Ausblick
Mein Homelab ist über das letzte Jahr Stück für Stück gewachsen und ist für mich mehr als nur ein kleiner Zeitvertreib. Es hilft mir enorm dabei, mich über mein Studium hinaus mit Themen der Informatik auseinanderzusetzen.
Was kommt als Nächstes? Ich interessiere mich sehr für Cluster und Kubernetes, um zu lernen, wie moderne Cloud-Infrastrukturen funktionieren. Außerdem möchte ich meine Automatisierungsfähigkeiten mit Ansible weiter vertiefen und vielleicht irgendwann einen eigenen kleinen Kubernetes-Cluster aufbauen.